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Information

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Die Antennen, die hier in den Dünen zu sehen sind, sind Teil eines Ozean-Radar Systems, das großflächig Echtzeitdaten über Meeresströmung, Wellen und Wind liefert. So können Schiffe mit großem Tiefgang, die sich dem Hafen von Rotterdam nähern, Informationen über die Strömungsverhältnisse in den Gewässern vor Hoek van Holland bekommen. Damit sinkt das Risiko, auf Grund zu laufen.

Funktionsweise

Das Messprinzip basiert darauf, dass die Meereswellen Hochfrequenz-Signale reflektieren. Das System verfügt über einen Sender mit sehr geringer Leistung und sendet hochfrequente Signale von 16,15 MHz in Richtung Meer aus. Auch wenn diese Systeme historisch gesehen “Küsten-Radar“ genannt werden, so haben sie doch wenig gemeinsam mit dem herkömmlichen Navigationsradar. Es wird kein gepulstes Signal, sondern kontinuierlich gesendet. Die Reichweite ist wesentlich größer, in diesem Fall 60 km, und ein Datensatz wird innerhalb weniger Minuten gewonnen. Der verwendete Leistungspegel entspricht dem eines Mobiltelefons, es entstehen daher an den Antennen keinerlei gefährliche Spannungen oder Felder.

Diese Signale werden von vier Sendeantennen ausgestrahlt, von der Meeresoberfläche reflektiert und von den zwölf empfindlichen Empfangsantennen empfangen. Aus diesen Signalen berechnet der Computer des Systems die Richtung und die Stärke der Strömung.
Zum Erstellen von zweidimensionalen Strömungs- bzw. Wellenkarten benötigt man zwei Systeme in einiger Entfernung zueinander – wie hier in Monster und Ouddorp. Die Messung der Meeresparameter kann also landgestützt, d. h. ohne die Verwendung von Bojen, erfolgen. Es liegen langjährige Erfahrungen und viele Untersuchungen im Vergleich zu Bojen-Messungen (ADCPs etc.) vor.
Das System benötigt eine vorzugsweise küstennahe Plazierung am Strand, auf dem Deich oder an einer Steilküste. In der Regel handelt es sich um eine Reihe von 4 bis 16 Einzelantennen, die je nach Anforderung zwischen 1,5 und 3 m hoch sind und sich ohne Probleme in die Umgebung einfügen. Die Messstation selbst wird vor Umwelteinflüssen geschützt in einem Messcontainer oder örtlich vorhandenen Gebäuden untergebracht. Die Verbindung zu den Antennen erfolgt über Kabel, so dass der Container nicht zwangsläufig am Strand stehen muss, sondern unauffällig in einiger Entfernung ohne störenden Einfluss auf das Landschaftsbild aufgebaut werden kann.
Die zwei in Monster und Ouddorp installierten Systeme bestehen aus je vier Sendeantennen, zwölf Empfangsantennen und einem System mit Server.
Für Rotterdam werden die vom System ermittelten Daten mit Daten eines computergestützen Modells kombiniert, um sicher zu stellen, dass die Vorhersagen des Modells zuverlässig sind. Ein Computermodell stellt wiederum sicher, dass stets Informationen zu Verfügung stehen, auch wenn eine Messung einmal nicht verfügbar ist. Diese Information wird dann den Kapitänen der ein- und auslaufenden Schiffe zur Verfügung gestellt.

Deckungsbereich

Der Deckungsbereich seewärts erstreckt sich weit über Maasvlakte hinaus und deckt einen Bereich westlich und nordwestlich von Maasvlakte ab.

Die Messergebnisse können auf der Website www.waterberichtgeving.rws.nl eingesehen und abgerufen werden.

Spezifikationen

  • 4 Sendeantennen mit jeweils 7.5 W
  • Frequenzbereich 16,10 – 16,25 MHz
  • 12 Empfangsantennen
  • Messung alle 8 Minuten 50 Sekunden
  • Ortsauflösung: 1 x 1 km
  • Anzahl der Messungen pro Stunde: 4
  • Reichweite: 60 x 40 km